
Pilotversuch in Österreich ab 2009: Ausweitung des umsatzsteuerlichen Reverse-Charge-Systems
Österreich wird voraussichtlich als einziges Land in der EU sein Mehrwertsteuersystem ab 2009 umstellen: das Reverse-Charge-System soll erheblich ausgedehnt werden.
Für Rechnungen über mehr als € 5.000,00 wird zwischen Unternehmen in Österreich wahrscheinlich ab 2009 keine Mehrwertsteuer mehr verrechnet. Erst der Endverbraucher zahlt die Mehrwertsteuer, die der Verkäufer oder Dienstleister dann an das Finanzamt abführt. Dieses Reverse-Charge-Modell soll den Mehrwertsteuerbetrug bei Exportgeschäften und Scheinrechnungen zwischen Unternehmen deutlich schwieriger machen. Der Feldversuch sollte etwa drei oder vier Jahre dauern. Danach soll evaluiert werden, ob das Ergebnis insoweit zufrieden stellend ist, dass das Reverse-Charge-System in der gesamten Union eingeführt werden kann oder ob Österreich doch wieder zum alten System zurückkehren muss.
Die Finanzminister der EU beauftragten die EU-Kommission, etwaige Auswirkungen eines solchen auf Österreich begrenzten Feldversuches auf die Union zu untersuchen und das Ergebnis bis Ende dieses Jahres vorzulegen. Experten gehen davon aus, dass es keine ernsten Einwände gegen den Versuch gibt und Österreich Anfang 2008 dann „offiziell” die Erlaubnis zum Wechsel des Systems bekommt.